Aufgabe des Verfahrensbeistandes ist es, in Kindschaftssachen das Interesse des Kindes festzustellen und im gerichtlichen Verfahren zur Geltung zu bringen.

 

Er hat das Kind über den Gegenstand, Ablauf und möglichen Ausgang zu informieren.Die gesetzliche Regelung ermöglicht aber auch, dass das Familiengericht den Verfahrensbeistand zusätzlich beauftragen kann, auch Gespräche mit den Eltern und sonstigen Bezugspersonen zu führen, sowie am Zustandekommen einer einvernehmlichen Regelung über den Verfahrensgegenstand mitzuwirken (§ 158 Abs. 4 S. 3 FamFG).

Es ist davon auszugehen, dass dieser Auftrag, der allerdings begründet werden muss, in den meisten Fällen erteilt wird, da es seitens des Verfahrensbeistandes auch erforderlich ist, mit den Eltern des Kindes oder sonstigen engen Bezugspersonen zu sprechen bzw. Kind und Eltern im Umgang miteinander zu erleben.

Im Idealfall kann so im Interesse des Kindes, durch das Zusammenwirken aller Beteiligten, das Ziel einer einvernehmlichen Lösung erreicht werden.

 

§ 158 Abs. 2 FamFG nennt Regelbeispiele, nach welchen die Erforderlichkeit der Einsetzung eines Verfahrensbeistandes in einem familiengerichtlichen Verfahren in der Regel zu bejahen ist, nämlich:

 

1. wenn das Interesse des Kindes zu dem seiner gesetzlichen Vertreter in erheblichem Gegensatz steht,

2. in Verfahren nach den §§ 1666 und 1666a des Bürgerlichen Gesetzbuchs, wenn die teilweise oder vollständige Entziehung der Personensorge in Betracht kommt,

3. wenn eine Trennung des Kindes von der Person erfolgen soll, in deren Obhut es sich befindet,

4. in Verfahren, die die Herausgabe des Kindes oder eine Verbleibensanordnung zum Gegenstand haben, oder

5. wenn der Ausschluss oder eine wesentliche Beschränkung des Umgangsrechts in Betracht kommt.

 

Durch die Bestellung durch das Gericht wird der Verfahrensbeistand ein Beteiligter des Verfahrens. Die Position des formell Beteiligten ist eine Rechtsposition, die mit prozessualen Rechten ausgestattet ist. Anders als z.B. Zeugen oder Sachverständige, kann der Verfahrensbeistand wie auch das beteiligte Jugendamt Verfahrenshandlungen vornehmen, wie z.B. eigene Anträge stellen und Beschwerde gegen die Entscheidung des Gerichts einlegen.

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